Es gibt für mich keine größere Anziehung und Fasziantion als die Kreativitität von Menschen und die, welche ich in meinem eigenen Inneren beobachten kann. Die Gabe, etwas aus sich heraus zu schöpfen oder eine emotionale Reaktion zu spüren, und dabei den Raum des Unendlichen, des Unerklärbaren, des Nicht-Fassbaren für einen kurzen Moment zu erfahren. Die Augenbraue einer Statue, die Form der Türklinke in einer Filmsequenz, die Mimik der Sängerin als aktive Kunst – die Verzweigung eines Astes, der Schatten eines Tänzers, das Moos an der Unterseite eines Steines im Bach im glitzern des Sonnenlichts als passive Kunst – gerade das Detail einer „Arbeit“, einer Vorführung, eines Bühnenbildes, einer Szene im Film, einer Steinfigur – der Ausdruck purer Emotion, genauso wie das Ungewollte, das Aus-sich-Entstandene und durch einen Menschen wahrgenommene, ist beides Ausdruck der Urkraft des Menschen: wahrzunehmen, zu fühlen, Ausdruck zu geben. Kreativität, die Gabe etwas zu Erschaffen ist jedem gesunden Menschen innewohnend, denn es gibt keine Wertung, und keine Ziel im eigentlichen Erschaffungsprozess. Nur Mut. Mut zu beginnen und sich nicht das Ergebniss vorwegzunehmen. Routine ist Handwerk, Planung ein Werkzeug – beides wird für die Umsetzung eines Werkes gebraucht – die Kreativität findet aber ausserhalb eines festen Rahmens statt, sonst ended sie als Wiederholung, sonst ist sie Ermüdung und keine Kraft.  Kreativität ist vor allem Wahrnehmung von Aussen- und Innenwelt. Mut ist deswegen erforderlich, weil der Schöpfende, der Erschaffende eben nicht das Erwartete vollbringt und daher keine Sicherheit über „Erfolg“ hat. Er kann nur den Mut aufbringen, er selbst zu sein. Und diesem Mut Weniger, ist das Überleben der Zivilisation zu verdanken, wurde Neues entdeckt, Fragen gestellt und werden Emotionen, das Menschliche, die Menschkraft sichtbar.

 

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